Am 20.03.2005 sitzen wir morgens in unserem Ford Transit. Das Fahrzeug ist bis unters Dach beladen mit Medikamenten, Verbandsmaterial, Computer, Kleidung und anderen Artikeln, die für ein Krankenhaus in Istok im Kosovo bestimmt sind. Unser Standort ist zu diesem Zeitpunkt Zadar / Kroatien.image001 Etwa die Hälfte unserer Strecke haben wir hinter uns. Der schwierigste Teil liegt noch vor uns.


image005Wir, das sind Dr. Felix Charton, Thomas Wittenburg und Arno Trippler. An diesem Morgen lesen wir gemeinsam in der Bibel Psalm 20, 5 + 6 (nach der Zürcher Bibel): "Er gebe dir, was dein Herz begehrt und lasse alle deine Pläne gelingen. Wir wollen jauchzen über deinen Sieg, im Namen unsres Gottes das Panier erheben! Der Herr erfülle alle deine Bitten." Was für eine wunderbare Verheißung! Dann kommt die Grenze Montenegro. Über 1 ½ Std. werden wir festgehalten. Die Verhandlungen kommen ins Stocken und bei mir wächst der Eindruck, als müssten wir alles abladen und mit leerem Fahrzeug unsere Reise fortsetzen. "Herr Jesus, was ist mit deiner Verheißung? Was sollen die gelesenen Bibelverse?" Worauf kann ich mich noch verlassen?image003

Viele Stoßgebete erreichen den allmächtigen Herrn, die auch von Unverständnis und Glaubensmangel geprägt sind. An der kosovarischen Grenze warten wir erneut ca. 45 Minuten bis alle Formalitäten erledigt sind. Doch hier geschieht etwas Eigenartiges. Ich komme mit einem deutschen KFOR-Soldaten ins Gespräch, der an dieser Grenze im Dienst ist und berichte ihm von dem vermeintlichen kleinkarierten Verhalten der Zöllner und der zeitraubenden Bürokratie. "Nur 1 ½ Std., dann sind Sie aber schnell durchgekommen. In den letzten Wochen haben etliche hier in der Regel bis zu 7 Stunden gewartet." Aus dieser Perspektive gewinnen die Bibelverse vom Morgen wieder neue Bedeutung und geben genügend Anlass "danke" zu sagen.

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Nachmittags kommen wir dann wohlbehalten in Istok an. Es ist schon erstaunlich, was alles in so einen Kleinbus passt und wie schnell sich unsere Ankunft herumspricht. Äußerlich macht das Krankenhaus einen guten Eindruck.

Doch die medizinischen Geräte und anderen Einrichtungsgegenstände sprechen eine sehr veraltete Sprache.

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Da freuen sich die Mediziner über jedes mitgebrachte, gespendete, neue Gerät: Fahrradergometer, EKG-Gerät, Vakuumextraktor. Auch den Kleinbus zum Transport von Dialysepatienten lassen wir da.

 

 

 

 

 

 

Im Ort selbst herrscht große Armut und Not.

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Die Wohnsiedlungen sind noch zum größten Teil zerstört. Verglichen mit diesem Land leben wir immer noch im Schlaraffenland. Wahrscheinlich können nur unsere älteren und "kriegserfahrenen" Geschwister nachvollziehen, wie den Menschen dort zumute ist und wie sie leben müssen.

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Ein paar Beispiele möchte ich uns trotzdem zeigen. In diesem mit Plastikplane umspannten Gestell wohnt ein Mann, auch bei Schnee und Eis und minus 15 Grad Temperatur.


 


 

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Diese Frau hat an eine Außenwand ihres zerstörten Hauses einen Holzverschlag (3 x 4 Meter) angebaut. Die Innenwände sind mit Karton beklebt, um die Kälte ein klein wenig abzuhalten.

 

 

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In diesem KFOR-Zelt wohnt seit ca. 6 Jahren eine einst reiche Familie, bestehend aus: Ehepaar mit 4 Kindern, Bruder des Mannes und Mutter des Mannes.

 

 

Wir bitten dringend um finanzielle Unterstützung, um das Krankenhaus in Istok mit notwendigen medizinischen Geräten (z.B.: Ultraschallgerät) versorgen zu können.


Arno Trippler

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